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Klinik-Chef ist Vorreiter bei Impfaktion

Artikel erschienen im Nordkurier in der Ausgabe vom 12./13.12.2009 ...

GESUNDHEIT Die „Schweinegrippe“ beschäftigt das Personal im Teterower DRK-Krankenhaus. Knapp 60 Verdachtsfälle wurden dort registriert, darunter ein schwerer.

TETEROW. Er hat gut lachen. Jan Weyer will der sogenannten Schweinegrippe Paroli bieten. Der Geschäftsführer des DRK-Krankenhauses in Teterow hat sich jetzt gegen die seit Langem pro und contra diskutierte Virusinfektion impfen lassen. Und das – wie er gesteht – nicht nur zum eigenen Schutz, sondern auch „als Vorbild“ – auch für seine Mitstreiter in der kleinen Klinik der Bergringstadt. Nach seiner Auffassung sind es immer noch zu wenige aus dem Team, die sich immunisieren lassen. Es sei aber sinnvoll. „Schließlich haben die meisten engen Kontakt zu vielen Menschen“, meint er. Und bekommt verbale Unterstützung von Dr. Uwe Kieckhöfel. Der Betriebsarzt ist nicht nur derjenige, der Weyer den Pieks in den Arm gibt, sondern er impft – so es gewünscht wird – das Personal des Krankenhauses: „Wir hatten jetzt innerhalb von drei Wochen drei Impfaktionen im Haus, damit jeder die Chance zur Impfung erhält.“ Etliche hätten diese genutzt, aber längst nicht alle.

Dr. Kieckhöfel: „Es wird ja niemand gezwungen, nicht hier und auch sonst nirgends. Aber eine Impfung ist die einzige Chance gegen eine Virusinfektion“, appelliert er auch an die Bevölkerung, die Immunisierung zu nutzen. Dabei, so betont der Arzt, seien auch die älteren Menschen über 60 und nicht nur die viel zitierten jungen Leute angesprochen. Der Teterower Mediziner bedauert die „unnütze Diskussion“ über die Wirkverstärker im Impfstoff gegen die Schweinegrippe. Das Serum sei schließlich erst ins Gerede gekommen, als öffentlich wurde, dass für die Deutschen zwei verschiedene Arten von Impfstoffen produziert wurden: einer für Bundesregierung und Bundeswehr (ohne Wirkverstärker) und einer für das gemeine Volk (mit). Zweiklassenimpfstoff? „Diese Frage hat viele Leute, die grundsätzlich bereit waren, sich impfen zu lassen, zurückgeworfen in dem Glauben an diese Aktion. Aber Wirkverstärker haben wir doch in diversen anderen Impfstoffen auch, aber davon spricht dann niemand“, kritisiert Dr. Kieckhöfel. 58 Menschen aus der Region hätten sich mit Verdacht auf Schweinegrippe im Krankenhaus Teterow vorgestellt. Bis auf einen akuten Fall, der aktuell noch in der Rostocker Uni-Klinik behandelt wird, seien alle anderen harmlos und undramatisch verlaufen. „Unser Haus ist auf alles eingestellt. Wir haben spezielle Räume zur Isolierung einrichtet und die Mitarbeiter geschult“, versichert Jan Weyer. Grund zur Panik gebe es nicht. Wer sich an hygienische Regeln halte wie u. a.  häufiges Händewaschen mit Seife, Händeschütteln vermeiden, beim Niesen oder Schneuzen Papiertaschentücher benutzt und diese anschließend entsorgt, der würde auch schon einen kleinen Beitrag dazu leisten, sich nicht anzustecken. Die Symptome der Neuen Grippe ähneln denen der saisonalen. Wer also akut z. B. Kopfweh, Gliederschmerzen, hohes Fieber, Schüttelfrost etc. bei sich registriert, der sollte zum Arzt gehen. Und am besten, so der Klinikchef, auch der Gesunde, und zwar, um sich impfen zu lassen. Das geht nicht nur beim Hausarzt, sondern auch im Güstrower Gesundheitsamt; dienstags von 8 Uhr bis 11.30 und 13.30 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 Uhr bis 11.30 und 13.30 bis 17 Uhr.

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